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Rumänien (bis 2009)

Ich bin seit Jahren in Rumänien unterwegs, als Strafverteidiger, der mit seinen rumänischen Mandanten Strafprozesse vor deutschen Gerichten vorbereitet, aber auch als Strafrechtler, der mitgeholfen hat, den EU-Beitritt Rumäniens vorzubereiten. Diese Arbeit ist nun beendet, mein Einsatz für rumänische Mandanten geht aber weiter. Melden Sie sich, wenn Sie Bedarf haben, la revedere!

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(Der Palast des ehemaligen Machthabers, das angeblich zweitgrösste Gebäude der Welt)


(Bei Rumänien denkt man zunächst an die Hauptstadt Bukarest, an Nicolae Ceausescu, der am 22.12.89 vom Dach des sogenannten "Weissen Hauses" - unmittelbar gegenüber von meinem Stammlokal IO-Cafe gelegen - mit einem Hubschrauber weggebracht und dann erschossen wurde, und man denkt an die Prachtbauten, die er der Nachwelt hinterlassen hat. Oben links sehen Sie seinen Palast, in dem heute das Parlament und zahlreiche weitere Institutionen beheimatet sind, oben rechts ein Blick in einen riesigen Saal, von dem es unzählige in diesem gigantischen Gebäude gibt. Ich durfte es im März 2007 besichtigen, man wird dabei trotz aller Pracht schwermütig. Die Bilder hat mein Sohn aufgenommen, der mich bei meiner Reise begleitet hat. Er war es auch, der am Abend nach der Parlamentsbesichtigung bei einem gemeinsamen Essen die beiden charmanten rumänischen Rechtsanwältinnen fotografiert hat. Das junge Rumänien im Kontrast zum alten, damit nicht auch Sie schwermütig werden)


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Links: Im sonnigen Bukarest. Oben: Die Küche im PKW. Rechts: Der Sitzplatz wird mitgebracht. Bukarest (2008)

 

Bild rechts: Mit einem rumänischen Freund (links mit Hund) und Herrn Prof. Dr. Adrian Caranfil, Dozent an der Universität Bukarest, am 9. Juni 2007 in Otopeni (Rumänien)

Rechtsstaatlichkeit in Südosteuropa, dazu versuche ich beizutragen. Durch meine Kontakte zu den rumänischen Universitäten in Oradea und Klausenburg (Cluj) und durch Vorträge in Bukarest. - Die anderen Staaten der Region habe ich bereist, konzentriere mich aber auf Rumänien. Schliesslich kann ich nicht "auf jeder Hochzeit tanzen", denn ich habe einen Hauptberuf: Strafverteidiger in Deutschland. - Und das geht allem anderen vor.
 


09.03.07 im Parlament Bukarest. Ein besonders gesicherter Bereich, den man als normaler Besucher nie zu Gesicht bekommt.

Ich hatte das Glück und durfte mich dort umschauen. Polizisten vieler Länder arbeiten zusammen, um länderübergreifende Kriminalität zu bekämpfen.

Als Strafverteidiger hat man da so seine Bedenken, wenn Daten von Bürgern einfach so von Staat zu Staat weitergereicht werden.

Sie sehen mich im Gespräch mit einem FBI - Agenten aus den USA, der nicht fotografiert werden wollte.


(Bei Freunden in Bukarest im Sommer 2005)

Die Gastfreundschaft der Menschen in Rumänien ist überwältigend. Das Bild oben entstand bei der Geburtstagsfeier meines Freundes "Lulli" in Bukarest 2005.

(.Bukarest ist eine interessante Stadt mit vielen Prachtbauten aus der Zeit vor 1989)

Zum Bild links: Keine Stadt der Welt kann nur "schön" sein. Jede Stadt hat Stellen, die nun einmal einfach "hässlich" sind. Bukarest ist da keine Ausnahme. Aber warten wir einige Jahre ab, ich werde weiter berichten.

(Herr Prof. Dr. Regge und Herr Dr. Stalfort - DRJV - am 10.03.07 in Bukarest)

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(Rechts sehen Sie mich mit Herrn Prof. Regge aus Greifswald am 9.3.07 vor dem Parlament in Bukarest, dem nach dem Pentagon angeblich zweitgrössten Gebäude der Welt)

(Herr Prof. Regge und ich waren am 10.03.07 Referenten bei der zweiten Deutsch - Rumänischen Tagung für Strafrecht in Bukarest)

(Eine Veranstaltung der Konrad - Adenauer - Stiftung und der DRJV)


(Bild oben: Mit einem rumänischen Freund im Sommer 2006 vor einem Bukarester Restaurant, er hatte seinen SL zum Mac Laren umgebaut)

(Bild rechts: Im März 2007 im Hotel Residence bei der zweiten deutsch - rumänischen Strafrechtstagung, veranstaltet von der DRJV und der Konrad - Adenauer - Stiftung in Bukarest)


Der folgende Beitrag aus 2007 stammt von dem Geistlichen Herrn Don Demidoff, mit dem ich einen intensiven mail-Kontakt hatte. Es ist sein Text, den Sie unten lesen. Ich möchte ihn und das engagierte Eintreten des Geistlichen für Inhaftierte unter anderem in der Haftanstalt Codlea / Rumänien weder bewerten noch kommentieren. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild!

Rumänien welch ein Land!

Jeder Mensch hat eine Wirbelsäule, aber nur wenige haben ein Rückgrat. Bei der Jahresversammlung im Kombinat stellt die Führung ihre Bilanz vor. Wie immer ist der Plan übererfüllt.

»Hat noch jemand eine Frage dazu?«, will der Vorsitzende abschließend wissen.Tatsächlich, da gibt es jemanden, der eine Frage hat:

»Bitte, Herr Vorsitzender, mein Name ist Popescu. Ich arbeite im Kombinat in der Buchführung. Ich habe den Eindruck, Herr Vorsitzender, dass in der Bilanz, die Sie vorgelegt haben, ein Fehler ist. Ich glaube, Ihre Angaben stimmen nicht.«


»Gut«, antwortet der Vorsitzende, »wir werden das untersuchen, und auf der nächsten Jahresversammlung erklären wir Ihnen das.«

Auf der Kombinatsversammlung ein Jahr später erklärt der Vorsitzende wieder die Bilanz.»Gibt es noch eine Frage?«, will der Vorsitzende wissen.

Tatsächlich, da gibt es doch wieder jemanden, der eine Frage hat: »Bitte, Herr Vorsitzender, mein Name ist Constantinescu. Wo ist Herr Popescu geblieben?«


Der damalige Stellvertreter Ceauescus ist heute Staatspräsident, Ion Iliescu. Es muss sich doch niemand wundern, dass sich in Rumänien nichts ändert und dass die Menschen immer noch Angst haben. Ich bin ihnen unheimlich, weil ich keine Angst habe.

Das kommunistische System hat die Menschen ihrer Courage beraubt. Es wird lange dauern, bis die Rumänen ihr Rückgrat wiederhaben. Selbst unsere Kinder, die mit Sicherheit sehr viel freier aufwachsen als viele ihrer Altersgenossen in Rumänien, bekommen indirekt die Auswirkungen dieses Systems zu spüren. Ihre Erzieherinnen sind nämlich noch in der Diktatur aufgewachsen. Deshalb erzähle ich meinen Kindern davon, dass die Menschen im Westen Respekt voreinander haben, dass es gewisse Umgangsformen gibt, dass man beispielsweise nicht so isst, wie es hier noch jeder Minister tut, dass man für einen älteren Menschen in der Straßenbahn aufsteht, dass man wartet, bis ein Entgegenkommender den Raum verlassen hat.

 

Der Leser merkt sicher sofort, dass ich bereits einige Jahre nicht mehr in Deutschland lebe. Trotzdem halte ich diese Werte bei meinen Kindern hoch. Und ich finde, dass es uns erstaunlich gut gelungen ist. Man darf dabei eben nicht vergessen, aus welchem Umfeld die Kinder kommen und in welchem Umfeld, zum Beispiel in der Schule, sie heute aufwachsen. Dazu müssen wir Durchsetzungsvermögen, Ausdauer und manchmal auch Härte zeigen.

Die Menschen in diesem Land sind noch lange nicht frei. Sie verstehen nicht, dass man das Recht hat, sein Recht zu erstreiten...