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Kurioses, zum Beispiel...

... ein Partygänger bei der Firmenrettung (Düsseldorf), ein zum McLaren umgebauter Mercedes (Bukarest), lebenslange Ehe oder lebenslänglich Knast (Bremen), ein Rechtsanwalt nennt sich Staranwalt (Düsseldorf), in den Knast kommen ist schwerer als raus (Wuppertal), mein Freund in Belagerungszustand (Rostock) und manches mehr.

Zu Ihrer Unterhaltung hier einige Bilder und Kommentare, leider fehlt bei den tollsten Ereignissen meistens die Kamera.

Kurioses: Man muss auch über sich selbst lachen können, rechts ich mit Narrenkappe 2007 im Düsseldorfer Karneval, links unser Oberbürgermeister Herr Erwin, der mitgefeiert hat, und der leider viel zu früh im Mai 2008 verstorben ist. Ich bedaure dies von Herzen.

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Humor oder nicht - das Bild mit dem Esel

Sei einigen Jahren verschicke ich einen newsletter "Notizen des Strafverteidigers". Keine juristischen - geschweige denn rechtswissenschaftlichen - Abhandlungen, sondern Informationen für juristische Laien, die sich für das Strafrecht und die Tätigkeit eines Strafverteidigers interessieren. Also eine unterhaltsame Lektüre, nahezu 600 Leser (Stand 2008) beziehen diesen newsletter und haben ab und zu daran Freude.

Nur leider nicht alle. Am 14.08.08 erreichte mich die sauertöpfische mail eines Frankfurter Rechtsanwalts, der mich mit folgendem Text versah:

"Werter Herr Kollege, ich nehme mit Erstaunen zur Kenntnis, wie man mit solchen Eseleien mit dem eigenen Berufsverständnis selbst noch auf den Hund kommen kann".

Was er meint, ist mir unverständlich. Vermutlich ist er kein Tierfreund, oder er geht zum Lachen in den Keller, damit ihn niemand sieht. - Mein Gott, lieber Kollege H... aus Frankfurt, wie klein ist Ihre Welt, worüber regen Sie sich auf? - Übrigens, extra für Sie: Der Esel steht im Bild rechts.

 

Hier wird Sie geholfen - die Arbeitsagentur

Auf Empfehlung der Arbeitsagentur (ARGE) Düsseldorf bewirbt sich eine arbeitslose Bewerberin als Bürokauffrau in meiner Kanzlei. Rechts finden Sie ihr Schreiben vom 22.03.08, eingegangen am 11.04., die Dame benötigte vermutlich einige Zeit, um die vielen Schreibfehler in den Text einzubauen.

Sehen Sie mir die Ironie bitte nach. Aber es kann doch nicht wahr sein, dass die sog. ARGE (früher hiess es schlicht Arbeitsamt) die Bewerberin als Mitarbeiterin eines Anwalts empfiehlt.

Ich habe am 14.04.08 an die ARGE geschrieben und um Aufklärung gebeten, welcher Teufel die zuständigen Mitarbeiter geritten hat, Frau A. auf mich anzusetzen. Die Antwort wird mit Spannung erwartet.

Und ich habe unseren Oberbürgermeister Herrn Erwin gebeten, sich der Sache anzunehmen. Schliesslich hat er sich kurz vorher für eine Verstärkung der personellen Ausstattung der ARGE ausgesprochen.

Ich habe jedenfalls die ARGE aufgefordert, mich aus der Arbeitgeber-Datei zu streichen. Da suche ich mir mein Personal lieber selbst.

So wird übrigens in vielen Betrieben gedacht, und ich denke zurecht. Der Arbeitsmarkt findet woanders statt, die ARGE verwaltet scheinbar nur Dauerarbeitslose und pflegt die Statistik.

Herr Oberbürgermeister Erwin schrieb mir kurz vor seinem Tod, sich der ARGE - Sache annehmen und für sofortige Klärung sorgen zu wollen.

Er bewirkte etwas in unserer Stadt. Dagegen eine weiche Antwort des Arbeitsamtes (ARGE), die wir vergessen können.

 

 


Anwaltswerbung einmal ganz anders

Der Kampf von Anwälten um Kunden nimmt interessante Formen an. Während viele meiner Kollegen wie auch ich selbst eher zurückhaltend sind, eröffneten zwei mir durchaus symphatische Kollegen aus Düsseldorf einen Werbefeldzug, der wirklich kurios anmutet. Hier finden Sie dazu einen Zeitungsbericht:

Gegenüber vom Düsseldorfer Gefängnis blicken Inhaftierte und deren Besucher auf Bilder und Werbesprüche etwa wie folgt: "Wenn Sie Ihren Urlaub lieber woanders verbringen wollen, buchen Sie uns". - Natürlich erscheint dies auf den ersten Blick unseriös. Die Kollegen werden bei allem guten Willen - der allein bekanntlich nicht reicht - kaum in der Lage sein, ihr vollmundiges Versprechen einzulösen. Wenn es so einfach wäre, hätte kein kenntnisreicher Strafverteidiger - dazu zähle ich mich auch - einen seiner Mandanten längere Zeit in Haft sitzen.

Andererseits: Jede Werbung ist nun einmal anpreiserisch und übertrieben, aufgeklärte Verbraucher wissen das. Die beiden Kollegen versuchen doch nur, ihr vielleicht schwaches Geschäft zu beleben. Wer sollte ihnen das übelnehmen? - Ich jedenfalls nicht.


Kurioser Versuch der Firmenrettung

 

Düsseldorf, die Stadt der "dicken Hosen", wie 2008 die Süddeutsche Zeitung über den Zusammenbruch der Fa. Maxfield, deren Geschäftsführer Franjo Pooth, Ehemann der "Werbeikone" Verona Feldbusch (seit Heirat Frau Pooth) und den Vorstand der Stadt- Sparkasse berichtete.

Ein abgebrochener Architekturstudent aus gutem Haus verstand sich als Möchtegern-Unternehmer, bediente sich mit weitgehend ungesicherten Krediten und vergeigte deutlich mehr als 10 Millionen Euro. Das kann man ihm noch nicht einmal vorwerfen, denn wer als Banker einem kaufmännisch ungebildeten stadtbekannten Partygänger einfach so Geld in die Hand gibt, muss sich nicht wundern, wenn es weg ist.

Die Verantwortung liegt bei der Bank, im konkreten Fall bei dessen Vorstand. Von daher gesehen muss einem der Feldbusch - Ehemann Franjo fast leid tun. Keine Ahnung vom Geschäft und dann auch noch - siehe Bild - von den Medien verhöhnt. Angeblich versucht Franjo im Smoking mit einem Glas Schampus in der Hand, die Firma zu retten. Wie niedlich, Verona wird getobt haben.


Ein Mercedes SL wird zum McLaren

Das bringt wohl nur eine rumänische Autowerkstatt fertig: Den Einbau von nach oben öffnenden Flügeltüren in einen normalen Mercedes-SL.

Gemeinsam mit meinem technik- verliebten Freund in Bukarest waren wir natürlich der "Hingucker" im Sommer 2006 (Vorfahrt vor einem Restaurant).

Der Umbau kostet in Rumänien pro Tür etwa 1.000 Euro. Den deutschen TÜV fragt man wohl besser nicht.

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Lebenslänglich - Ehe oder Strafhaft?

Eine Kuriosität, die selbst für mich als "abgebrühten" Strafverteidiger erschreckend war:

Da heiratet ein junger Mann in irgend einer norddeutschen Stadt die Mutter von zwei Kindern, stellt sich als liebevoller Ehemann und Stiefvater dar, wird von der sehr angesehenen Familie in dieser Stadt als Schwiegersohn freundlich aufgenommen. Über Geschmack mag man streiten, jedenfalls gestaltet er die Hochzeitsanzeige wie rechts abgebildet (den Nachnamen habe ich abgedeckt).

Ein Spass, wird jeder gedacht haben, das "Urteil" ist das Datum der Hochzeit. Jahre später stellt sich heraus, dass dieser Mann an der gewaltsamen Tötung von drei Menschen beteiligt war, eine der Taten beging er vor der Eheschliessung. Er ist inzwischen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Ich habe ihn selbst nicht verteidigt, bin ihm aber in Strafprozessen vor dem Landgericht Rostock und in seiner Heimatstadt als Verteidiger eines Mitangeklagten insgesamt fast 80 Tage lang begegnet. Sein Urteil war in der Tat "lebenslänglich".


Der selbsternannte Staranwalt


Das Inserat oben (Name und Gesicht von mir abgedeckt) habe ich im November 2005 in einer in Düsseldorf verteilten Zeitschrift ("Kö-Magazin") gefunden. Der Kollege wirbt mit der Behauptung, er sei "Staranwalt" und preist damit seine Kanzlei an, also eine Werbeanzeige des Anwalts.

Sollte der selbsternannte Staranwalt das Büchlein "Staranwalt in 7 Tagen" (siehe Cover rechts) gelesen haben? - Falls ja, spräche das für seinen Humor (und seine Unverfrorenheit), die natürlich satirisch und nicht ernstgemeinten Tipps des Büchleins übernommen zu haben. - Falls nein, würde dies zumindest seine Kreativität belegen. So oder so: Herr Kollege, Sie bereichern unser meist ernsthaftes juristisches Leben um eines:

Den Spassfaktor.


In den Knast zu kommen ist schwerer als raus

 

Dieser Bericht von April 2007 erinnert mich an ein eigenes Erlebnis, Jahre her:

Ich hatte damals meine Kanzlei noch in Erkrath, unweit von Düsseldorf. Ein morgendlicher Besucher berichtete aufgeregt, während eines Hafturlaubs "getürmt" zu sein, er sehe dies inzwischen als Fehler an und wolle sich mit meiner Hilfe zum weiteren Strafvollzug stellen. Mit Sicherheit bestünde gegen ihn ein Haftbefehl, er müsse in das Gefängnis in Wuppertal, ich möge ihm bei der Selbststellung helfen.

Gesagt - getan. Aufnahme der Personalien, Akte angelegt, wir besteigen mein Auto und fahren zur Haftanstalt in Wuppertal.

An der Pforte stelle ich mich wie üblich vor, präsentiere meinen Anwaltsausweis und erkläre den Beamten, dass sich mein Mandant auf der Flucht befand, den Unsinn seines Verhaltens eingesehen hat und sich nun zum weiteren Strafvollzug stellen möchte.

Der weitere Dialog war kurios: "Ja wissen Sie, Herr Rechtsanwalt, so einfach ist das nicht, wir können Ihren Mandanten doch hier nicht so einfach reinlassen, da könnte ja jeder kommen." Mein Hinweis, dass wohl niemand aus freien Stücken ins Gefängnis geht, und dass man doch ganz einfach feststellen kann, dass mein Mandant dort einsass und geflohen ist, verfängt nicht. "Herr Rechtsanwalt, heute bringen Sie ihn und morgen kommen Sie vielleicht und wollen ihn wiederhaben, was glauben Sie denn, was wir sind?"

"Beschränkt", lag mir als Antwort auf der Zunge, aber ich hielt mich zurück. Nicht so mein Mandant: "Ich gehöre in den Knast, Leute", schrie er die Beamten durch die Glasscheibe an, "was soll die Scheisse, lasst mich endlich rein, ich stelle mich doch selbst und will nicht erst verhaftet werden". Einer der Beamten: "Herr Rechtsanwalt, zeigen Sie uns den Haftbefehl, dann lassen wir Ihren Mandanten vielleicht rein."

Woher in aller Welt sollten wir den Haftbefehl haben? - Wir fuhren also wieder zurück und lösten das Problem anders. - Der Bericht in der Zeitung wundert mich daher nicht.


Ein Rechtsanwalt im Belagerungszustand

Das hat man wirklich selten: Mein Freund aus alten Studienzeiten in Bonn Rechtsanwalt Helfried Roubicek lebt inzwischen in der Nähe von Rostock und Heiligendamm beschaulich auf dem Lande und betreibt dort seine Praxis als Strafverteidiger. Ein ruhiges Leben im ländlichen Ambiente, alles schien friedlich ... allerdings nur bis Juni 2007. Der sogenannte G 8 - Gipfel in Heiligendamm - Staatschefs treffen sich in der von Herrn Jagdfeld (Fundus - Gruppe) initiierten Investionsruine - führt zu einem Aufmarsch von Demonstranten, die auch vor dem bis dahin idyllischen Wohnsitz meines Freundes keinen Respekt haben.

Mein Freund reibt sich die Augen: Wann sind auf der Seestrasse zuletzt mehr als einige Mitbürger am Tage vorbei gekommen? Und plötzlich werden es immer mehr und mehr Menschen, die man in Börgerende - so heisst der Ort - noch nie zu Gesicht bekommen hat (Bild unten).

Und sie gehen nicht einfach weiter (Mecklenburg-Vorpommern hat viel Platz), sie lagern unmittelbar vor meinem Haus.Sind sie gewaltbereit? Um Gottes Willen, ich habe ein Strohdach, hoffentlich fackeln die mir nicht die Bude ab (Bild rechts). Wie man zugleich sieht, macht sich allerdings auch die Polizei bereit, um das Haus des Kollegen zu schützen (Bild rechts im Hintergrund). "Gott sei Dank", denkt er.

 

Nein, das ist schon gut. Die Staatsmacht nimmt vor dem Haus des Kollegen Aufstellung (Bild unten links) und wird es mit allen Fasern eines Polizistenleibes verteidigen ... "hoffentlich", denkt der Kollege. - Und so kommt es. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, mein lieber Freund zeigt sich inzwischen relaxt - nahezu sonnig - zwischen zwei Beamten/Innen (Bild unten rechts), alles ist wieder gut.

 

Bei unserem nächsten Treffen werde ich meinen alten Freund Helfried Roubicek fragen, wie er als Verteidiger in künftigen Strafprozessen mit Polizeibeamten umgeht, die bei gewaltsamen Demonstrationen um sich geschlagen und vielleicht einen seiner Mandanten verletzt haben. Kritik oder Verständnis?


"Kö-Peter", obdachlos in Düsseldorf

Auch die vergleichsweise "kleine" grosse Stadt Düsseldorf lebt mit Gegensätzen. Auf der einen Seite die "Schönen und Reichen", auf der anderen gescheiterte Existenzen, die mit dem oft unverschuldeten Verlust ihrer Arbeit oder ihres Lebenspartners abgerutscht und nichtsesshaft sind, also auf der Strasse leben.

Dazu gehört auch "Kö-Peter", den Sie im Bild links neben mir im Sommer 2006 vor dem Landgericht Düsseldorf sehen. Wir hatten seinen Prozess gewonnen, daher sein "Victory"-Zeichen. Zeitungen titelten fassungslos: "Staranwalt hilft Obdachlosem". - Warum nicht?