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Ich bin auf Strafrecht spezialisiert, war zunächst 10 Jahre lang als Staatsanwalt und Richter tätig, seit 1991 arbeite ich als Strafverteidiger.

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Professor Jörg Immendorff - ein Nachruf

(Im Atelier 2004)

 

Pfingsten 2007 verstarb in Düsseldorf mein früherer Mandant Herr Professor Jörg Immendorff, unheilbar erkrankt an ALS. Diese Krankheit und ihr furchtbarer Verlauf haben mich bei unseren Begegnungen oft erschüttert. Wie man erfuhr, ist Herr Immendorff friedlich entschlafen, ohne sich weiter quälen zu müssen. Verstehen Sie es recht, dass ich mich über diese Nachricht freute.

Was uns beide zusammengeführt hat, ist bekannt und von den nicht immer seriösen Medien "hoch und runter" abgehandelt worden. Mein Mandant musste im sogenannten "Kokain-Prozess" unsägliche Demütigungen erleiden, er hat all dies - obwohl schon schwer krank - mit einer Würde ertragen, die ich nur bewundern kann.

Als Strafverteidiger hat man über den Tod eines Mandanten hinaus über vertrauliche Informationen zu schweigen, man darf aber - und sollte (!) - Unsäglichkeiten anprangern, die jedem Beobachter des Prozesses offenbar wurden und somit öffentlich geworden sind.

Da gab es ein vielleicht dummes, jedenfalls aber agressives und unangemessenes Verhalten des Vorsitzenden, eines Richters, der selbstdarstellerisch keine Rücksicht auf den schon damals schwer kranken Angeklagten nahm und sich wie ein Flegel verhielt.

Die Presse hat hinlänglich berichtet, die gegen diesen Richter erhobenen Beschwerden sollen beim Landgericht Waschkörbe gefüllt haben. Der Richter schied kurze Zeit später aus dem Dienst aus.

Da gab es im Gegensatz zu ihm einen höflichen Anklagevertreter. Einen objektiven Beamten, dessen Fairness anzuerkennen ist, Herrn Staatsanwalt Wolzenburg. Auch das gehört zur Geschichte des Prozesses.

Und es gab mich als Verteidiger, der behutsam taktierte, um das Ziel zu erreichen, Herrn Professor Immendorff durch eine milde Strafe die Professur zu erhalten.

Im Ergebnis hatten wir Erfolg und es ging gut aus, aber eben um den Preis, vor Gericht "kuschen" zu müssen und Demütigungen des Mandanten hinzunehmen, die an der Grenze des Erträglichen lagen.

Lieber Herr Immendorff, wir haben die Schlacht geschlagen und sie ist gut ausgegangen. Ich bewundere Ihre Haltung und danke Ihnen für Ihr stetes Vertrauen, das Sie in mich gesetzt und auch während des Prozesses nie verloren haben!

Mit Respekt vor einem bedeutenden Menschen,

Ihr Rüdiger Spormann